Stärkefabrik Wwe. Holste

Bielefelds „gestärkte“ Seite

Als wichtiger Zulieferbetrieb für die Bielefelder Wäscheindustrie produziert die Stärkefabrik Wwe. Holste seit 1892 vor allem Wäschestärke. Insbesondere für die Produktion von Herrenwäsche spielte die Verwendung von Stärke eine entscheidende Rolle. Die besonders weiß schimmernden Hemdkragen waren ein Qualitätsmerkmal der Bielefelder Wäscheindustrie. Die des Unternehmens umfasst aber auch das bekannte Kaiser-Natron, Anilin-Stofffarben und Kosmetika. Die Firma Arnold Holste Wwe. geht auf einen 1825 gegründeten Gemischtwarenhandel in der Bielefelder Altstadt zurück. Nachdem ihr erster Ehemann verstorben war, übernahm die Witwe Johanne Benteler das Geschäft. Von 1851 bis 1872 war sie mit Arnold Holste verheiratet, unter dessen Namen das Geschäft auch nach seinem Tod weitergeführt wurde. Ab 1903 übernahm ihr Schwiegersohn Erich Neumann-Holste die Firma. Das Betriebsgebäude in der Sudbrackstraße wurde 1906 errichtet. 1925 und 1926 entstanden die Erweiterungsbauten im historistischen Stil. Die auf einem Natursteinsockel errichtete Fassade wird von dem Kontrast zwischen roten Ziegeln und hellem Putz bestimmt. Zahlreiche Details schaffen ein abwechslungsreiches architektonisches Bild. An den Giebeln befinden sich die Jahreszahlen der Erbauung. Von der Straßenseite sieht man auf dem Dachfirst die kunstvoll verzierte schmiedeeiserne Wetterfahne. Die unmittelbar angrenzend erbaute Fabrikantenvilla dokumentiert die typische repräsentative Architektur des Unternehmerwohnungsbaus um die Jahrhundertwende. Das Besondere an dem ganzen Firmenkomplex ist seine unverändert erhaltene Bausubstanz, die auch heute noch in ihrer originalen Form genutzt wird. Das Unternehmen produziert heute Wäschepflege, Putz- und Reinigungsmittel.

Stärkefabrik Wwe. Holste
Sudbrackstraße 1 – 7
33611 Bielefeld
Öffnungszeiten
nur Außenbesichtigung möglich
ÖPNV
Haltestelle Sudbrackstraße
(Bus, Bahn)

holste

Ansicht von 1930. Foto: Stadtarchiv Bielefeld