Schokoladenfabrik Weinberg

Weinberg – ein Stück süße Vergangenheit Herfords

Emanuel Weinberg gründete 1872 in Herford eine Bonbonkocherei. Nach seinem Tod übernahmen seine Söhne das Unternehmen. 1905 beschäftigte es bereits 120 Mitarbeiter. Nach der ersten Produktionsstätte Weinbergs in der Höckerstraße keine Erweiterung mehr zuließ, errichtete Emanuels Sohn Julius Weinberg 1911/12 an der Werrestraße ein neues großes Werk nach den Entwürfen des Herforder Architekten Paul Münter. Die Jugendstilfassade ist durch rote Backsteinlisenen gegliedert, die Putzflächen dazwischen sind cremefarben gestrichen. Rechts und links wird die Fassade von zwei Treppentürmen begrenzt, die heute wieder die Hauben in den Formen des Jugendstils zeigen. Die innenliegende Treppe lässt sich durch stufenartig versetzte Fenster an der Außenseite erahnen. Bis 1922 expandierte das Unternehmen mit der Herstellung von Bonbons, Pralinen, Kakaopulver und Cremeschokolade. Weinberg errichtete Zweigwerke in Hamburg und Danzig. Die Firma beschäftigte bereits über 1 500 Mitarbeiter. In den Werken Herford und Hamburg wurden täglich insgesamt rund 100 000 Tafeln Schokolade hergestellt. 1926 zwangen Inflation und Währungsumstellung die Firma in den Konkurs. Zwischen 1890 und 1914 bestanden in Herford rund 20 Süßwarenfirmen gleichzeitig, manche – wie die Firma Weinberg – mit überregionaler Bedeutung. In den 1920er und 1930er Jahren war Herford einer der wichtigsten Produktionsstandorte für Süßwaren in Deutschland. Der Niedergang begann Ende der 1960er Jahre, als von den zunächst noch 16 Firmen die meisten den verschärften Wettbewerbsbedingungen nicht mehr gewachsen waren. Heute gibt es nur noch zwei Unternehmen der Branche in Herford. In dem ehemaligen Firmengebäude befindet sich heute eine Filiale der Volksbank.

Schokoladenfabrik Weinberg
Volksbank Herford
Werrestraße 67
32049 Herford
Öffnungszeiten
zu den Geschäftszeiten der Volksbank
ÖPNV
Haltestelle Werrestraße (Bus)

Weinberg