Radio- und Telefon-Museum im Verstärkeramt e.V.

Fernmeldetechnik hinter Fachwerk

Das Verstärkeramt in Rheda ist auf den ersten Blick keinesfalls als Industriedenkmal zu erkennen. Dem Besucher zeigt sich ein traditioneller Fachwerkbau, der sich kaum von den umliegenden Bauernhöfen unterscheidet, inmitten von Feldern liegt und sogar mit einem plattdeutsch verfassten Sinnspruch verziert ist. Die Verbindung zur Industriekultur enthüllt sich erst im Inneren. Die benachbarte Stadt Wiedenbrück hatte sich schon in den 1920er Jahren zu einem bedeutenden Knotenpunkt für das Fernmeldewesen entwickelt. Im Rahmen der Kriegsvorbereitungen wurde 1938 im heutigen Ortsteil St. Vit ein unterirdisches Verstärkeramt angelegt, um die Leistungsverluste auszugleichen, die in den langen Telefon- und Fernschreibkabeln entstanden. Zur Tarnung der kriegswichtigen Anlage wurde über den unterirdischen Installationen ein westfälisches Bauernhaus errichtet. Bis 1995 verbarg dieses Gebäude weiterhin die technischen Einrichtungen für Telefon, Rundfunk, Fernsehen, Luft- und Katastrophenschutz. Erst 1995 gab die Telekom die technische Nutzung auf. Seit 2004 zeigt das Radio- und Telefon-Museum im Verstärkeramt eine umfangreiche Sammlung von Telefonen, Röhrenradios und Fernsehgeräten, Verstärker- und Röhrentechnik die im Wesentlichen aus der privaten Sammlung des Museumsgründers stammen. Das Gebäude steht seit 1995 unter Denkmalschutz. Neben der Nutzung als Museum befinden sich in dem Gebäude ein Bauernhauscafé mit Biergarten und eine Künstlerwerkstatt.

Radio- u. Telefon-Museum im Verstärkeramt e. V.
Eusterbrockstraße 44
33378 Rheda-Wiedenbrück
Tel. (05242) 44330
kontakt@verstaerkeramt.eu
www.verstaerkeramt.eu

Öffnungszeiten
Sa u. So 14 – 18 Uhr

ÖPNV
Haltestelle Paul-Schmitz-Straße (Bus)

Rheda Wiedenbrück Radiomuseum