Motorveteranen-Sport-Club Herford

Der ‚Herford‘-Diesel in Aktion

Bis in die 1970er Jahre hinein besaß die Fahrrad- und Motorindustrie in Ostwestfalen überregionale Bedeutung. Vor dem Ersten Weltkrieg belegte die Region mit etwa 100 000 jährlich ausgelieferten Fahrrädern den dritten Platz bezogen auf die gesamte Fahrradproduktion im Deutschen Reich. 1997 gründeten Oldtimerfreunde in Herford den Motorveteranen-Sport-Club (MSCH). Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, historische Fahrzeuge als technische Kulturdenkmäler zu erhalten und interessierten Besuchern deren Geschichte, speziell in Ostwestfalen, näher zu bringen. Gezeigt werden Motorräder und Fahrräder überwiegend aus den 1950er und 1960er Jahren der Bielefelder Firmen Rabeneick, Rixe, Dürkopp, Miele, Boge, der Anker-Werke und der Göricke-Fahrradwerke. Alle Maschinen sind im Besitz von Mitgliedern und wurden liebevoll restauriert. Neuestes Ausstellungsstück ist ein alter Dieselmotor der Herforder Motorenfabrik, der bis vor wenigen Jahren seinen Dienst in der Helpuper Mühle versah. Gustav König gründete 1905 die Herforder Motorenfabrik in der Enger Straße. Er stellte vor allem langsam laufende Motoren mit liegenden oder stehenden Zylindern her, die mit Diesel, aber auch mit Leuchtgas, Rüböl oder Teeröl betrieben werden konnten. Die vielfältig einsetzbaren „Herford-Diesel“ waren besonders für mittelständische Betriebe geeignet. Die Motorenfabrik, die in den 1960er Jahren 300 Mitarbeiter in drei Schichten beschäftigte, existierte bis 1985. Die Ausstellungsräume des Motorveteranen-Sport-Clubs befinden sich in einer zu diesem Zweck hergerichteten Baracke auf einem ehemaligen Militärgelände. Die Mitglieder veranstalten regelmäßig Ausfahrten mit historischen Fahrzeugen und Tauschbörsen für Ersatzteile.

Motorveteranen-Sport-Club Herford
Waldfriedenstraße 58
32051 Herford
Tel. (05221) 855277
www.mscherford.de
Öffnungszeiten
jeden 1. So im Monat 10 – 14 Uhr sowie nach Vereinbarung
ÖPNV
Haltestelle Waldfriedenstraße (Bus)

Herford Fahrzeug