Kloster Bredelar/Theodorshütte

Hochofen statt Hochaltar

Das Kloster Bredelar, in der Nähe von Marsberg und an einem Nebenfluss der Diemel gelegen, wurde 1170 als Nonnenkonvent durch den Erzbischof von Köln gegründet. 1196 erfolgte die Umwandlung in ein Mönchskloster der Zisterzienser, die dort bis zur Säkularisation 1804 lebten. Ökonomisch und kulturell erlebte die Klostergemeinschaft und mit ihr die angrenzenden Dörfer ein stetiges Auf und Ab von Niedergang und Blütezeiten. Im
13. Jahrhundert entstand im Skriptorium des Ordens eine wertvolle Handschrift, die heute als Bredelarer Bibel in der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt aufbewahrt wird. 1787
brannten die gerade wieder instand gesetzten und als geschlossene Barockanlage konzipierten Klostergebäude ab. 1804 wurde das Kloster dann kurz nach dem Wiederaufbau
geschlossen.
Ab 1826 betrieb der Unternehmer Theodor Ulrich eine Eisenhütte in den Klostergebäuden. Er installierte den ersten Hochofen im Kirchenschiff und beschickte den Ofen direkt vom Berg aus mit dem in der Region geschürften Eisenerz. Der ehemalige Kirchenraum diente in den folgenden Jahrzehnten als Fabrikhalle zur Herstellung von Roheisen und Eisengusswaren, wie z. B. Öfen, Treppengeländern und Fensterrahmen. In den folgenden Jahrzehnten wechselte die Eisenhütte mehrfach die Besitzer. Diese errichteten zwei weitere Hochöfen und eine Gießhalle. Der direkte Bahnanschluss sicherte den Transport der Waren. 1931 wurde die Eisenproduktion eingestellt. Verschiedene Kleinunternehmer nutzten das Gebäudeensemble weiterhin gewerblich. Reste einer Terrazzomahlanlage sind noch vom Innenhof aus zu sehen. Seit Anfang 2000 setzt sich ein Förderverein für die Erhaltung der Anlage ein. Heute werden der ehemalige Kirchenraum und zwei Flügel der barocken Klosteranlage als Kultur- und Begegnungszentrum genutzt.

Kloster Bredelar
Sauerlandstraße 76
34431 Marsberg
Tel. (02992) 602213
info@kloster-bredelar.de
www.kloster-bredelar.de

Öffnungszeiten
Öffentliche Führung
jeden 1. Sonntag im Monat
um 14 Uhr

ÖPNV
Bahnhof Bredelar

Kloster Bredelar- Stefan Didam

Westgiebel der ehemaligen Abteikirche Benedikt Klauke. Foto: Stefan Didam