Elektrizitätswerk Warburg-Rimbeck

Strom für die Landbevölkerung

Nicht nur in den Städten, auch auf dem Land führte die Technisierung zu einem erhöhten Strombedarf. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde für die Gemeinde Scherfede und die umliegenden Orte ein Elektrizitätswerk geplant. Die Wahl des Standortes fiel auf den Ort Rimbeck. Die dortige Getreidemühle wurde mithilfe von Wasser angetrieben, das man in einem Kanal von der Diemel ableitete. Die Wände des Mühlenkanals mussten für den Bau eines E-Werkes erhöht werden, um eine größere Wassermenge anzustauen, die nicht nur ausreichte, um Strom zu erzeugen, sondern auch um die Mühle zu betreiben. Den Strom erzeugte eine Francis-Turbine mit einer Kapazität von 70 PS. Zur Absicherung von Spitzenzeiten stand ein Dieselmotor mit einer Kraft von 60 PS zur Verfügung. Die Bauarbeiten endeten im September 1909. Im Oktober ging das E-Werk Rimbeck, das Gleichstrom erzeugte, ans Netz. Der ab 1942 zugekaufte Fremdstrom wurde hier auf Gleichstrom umgewandelt. Bis 1956 erfolgte die Umstellung auf Drehstrom. Zum Elektrizitätswerk gehörte eine Wohnung für den Werksleiter, der die Anlage auch wartete. Bereits 1938/39 hatte der steigende Strombedarf eine Erweiterung der Anlage erfordert. Wegen der geringen Wasserkraft entschied man sich für einen weiteren Dieselmotor mit 100 PS Leistung. Dafür erweiterte man zur Diemelseite hin das Gebäude und vergrößerte gleichzeitig den Wohntrakt. 1962 erwarben die Stadtwerke Warburg das E-Werk Rimbeck. Heute speisen die Stadtwerke den Ökostrom direkt ins eigene Netz ein. In die ehemalige Wohnung des technischen Angestellten sind nun Privatleute eingezogen. Besucher sollten auf der Rückseite des Gebäudes von der Kanalseite aus auch dem automatischen Rechen bei der Arbeit zusehen, der mehrmals in der Stunde das Gitter vor der Turbine reinigt.

Elektrizitätswerk Warburg-Rimbeck
Diemelweg
34414 Warburg-Rimbeck

Öffnungszeiten
nur Besichtigung des Geländes möglich

ÖPNV
Scherfede Bahnhof

Warburg_Elektrizitätswerk_Rimbeck