Deutsches Traktoren- und Modellauto-Museum e.V.

Selbstfahrende Kraftzentralen verändern die Landwirtschaft

Die Traktorensammlung Oskar Vogel zeigt über 100 Traktoren so bedeutender Hersteller wie Lanz, Hanomag, Deutz, MAN, Eicher und Schlüter in fast kompletten Baureihen. Eine original eingerichtete Schmiede und eine rekonstruierte Shell-Tankstelle sind ebenfalls ausgestellt. Im 19. Jahrhundert veränderte die Dampfmaschine auch die Landarbeit. Dampflokomotiven zogen den Pflug und trieben die Dreschmaschine an. Diese stationäre Energiequelle erwies sich aber als umständlich und war nur für Großbetriebe wirtschaftlich. Während die USA als erste Nation erfolgreich Schlepper entwickelten, gab es in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg nur Einzelentwicklungen von Traktoren und Versuche, Geräte zu motorisieren, beispielsweise der Motortragpflug von Hanomag oder die Bodenfräse von Lanz. Mit dem legendären Lanz Bulldog (1921), dem ersten „selbstfahrenden Schwerölmotor“ setzte sich der Traktor als Zugmaschine und als stationäre Antriebsquelle langsam durch. Erst technische Verbesserungen in den 1930er Jahren, wie Niederdruckluftreifen, Zapfwelle und Hydraulik für den Anschluss von Geräten, machten den Traktor zu einer multifunktionalen, selbstfahrenden Kraftzentrale. Das 1937 groß angelegte Programm der Nationalsozialisten für 300 000 sogenannte Volksschlepper kam nicht zur Umsetzung, stattdessen wurde 1939 eine Typenbegrenzung angeordnet und zu Kriegsbeginn der Dieselkraftstoff stark rationiert. Die Traktoren wurden mit Gasgeneratoren für Holz, Kohle oder Torf umgerüstet. In den 1950er Jahren wanderten die Landarbeiter in die Industrie ab. Der Traktor mit getriebeunabhängiger Zapfwelle und hydraulischem Dreipunktanschluss erlebte als universelle Zugmaschine einen außerordentlichen Boom und ist bis heute die wichtigste Maschine der Landwirtschaft.

Deutsches Traktoren- und Modellauto-Museum e. V.
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