Deutsches Tabak- und Zigarrenmuseum mit Tabakspeicher

Tabak wickeln am „Klavier“ und in der „Bude“

Die Region um Bünde war im 19. Jahrhundert eine der größten Zigarrenregionen in Deutschland. Die ersten Zigarrenfabriken entstanden um 1844. Fünf Jahre später existierten im Kreis Herford bereits 18 Fabriken mit über 400 Beschäftigten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Zahl auf 190 Betriebe mit etwa 9 000 Arbeitern angestiegen. Allein in Bünde produzierten 1912 etwa 46 Fabriken Zigarren. Noch 1990 kam jede dritte Zigarre, die in Deutschland gefertigt wurde, aus der Region um Bünde. In Minden-Ravensberg bot neben der Landwirtschaft nun die Herstellung von Zigarren Arbeit für ganze Familien: Frauen und Männer wickelten sie am Arbeitstisch, auch „Klavier“ genannt, während ihre Kinder zuvor die Tabakblätter entrippten. Unverheiratete Arbeiterinnen und Arbeiter fertigten in den „Buden“, kleinen Fabrikfilialen, Zigarren für eine große Fabrik. Jede Fabrik beschäftigte neben angestellten Zigarrenmacher(innen) eine große Anzahl von Heimarbeiter(innen). Die Anbindung der Region an den Wasserweg Weser und die Eisenbahn sicherte den Transport des benötigten Tabaks vom Hafen in Bremen und den der fertigen Zigarren zu den Verbrauchern ins Ruhrgebiet. Im Tabak- und Zigarrenmuseum Bünde geben nun 2 230 Exponate und 31 Medienstationen Einblick in die Welt des Tabaks und des Tabakkonsums.
Eines der eindrucksvollsten Zeichen der Tabakstadt Bünde ist der große Tabakspeicher. Es ist der einzige erhaltene Speicher dieser Art in Westfalen. Der viergeschossige Backsteinbau mit seinen vielen flachen Dachgauben wurde 1896 erbaut. Das lange vom Abriss bedrohte Gebäude steht seit 1986 unter Denkmalschutz.

Deutsches Tabak- und Zigarrenmuseum mit Tabakspeicher
Fünfhausenstraße 8-12
32257 Bünde
Tel. (0 52 23) 79 33 00
museum@buende.de
www.museum.buende.de

Öffnungszeiten
Di – Fr 14 – 18 Uhr,
Sa – So 11 – 18 Uhr

Tabakspeicher (Außenbesichtigung)
Wasserbreite 5
32257 Bünde

ÖPNV
Bahnhof Bünde (Westf.)

Bünde