Bogefabrik (Forum Bielefeld)

Die Kompressorenfabrik als Partylocation

Die Firma Boge begann 1907 zunächst in der Heinrichstraße mit dem Vertrieb und der Wartung von Türschließern und Schlössern der Firma BKS aus Solingen. 1919 konstruierte der Firmengründer Otto Boge, der bei Droop & Rein in Bielefeld Schlosser gelernt hatte, erste Werkzeuge für die Kraftfahrzeugreparatur. In den 1920er Jahren entwickelte die Firma eine eigene Motorradproduktion, die sich allerdings trotz ausgereifter Technik nicht auf dem Markt durchsetzen konnte. An die Erfahrungen im Motorenbau anknüpfend verlegte die Firma Boge ihren Produktionsschwerpunkt auf den Bau von Kolbenkompressoren. Mit der Herstellung von Kompressoren blieb das Unternehmen der Kraftfahrzeugbranche weiter verbunden. Die Kompressoren fanden in den 1920er und 1930er Jahren hauptsächlich in Kraftfahrzeugwerkstätten und Tankstellen Verwendung. 1937 kaufte die Firma Boge ehemalige Produktionsgebäude der Fa. Dürkopp an der Meller Straße und baute dort zwischen 1949 und 1964 ihren Produktionsstandort aus. In drei Bauabschnitten entstand der heutige Gebäudekomplex. In unmittelbarer Nachbarschaft befanden sich mit Droop & Rein, Fischer & Krecke und Kochs Adler weitere bekannte Bielefelder Metall verarbeitende Firmen, von denen heute im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsviertels kaum mehr Spuren zu sehen sind. Die Gebäude der Bogefabrik, die seit der Verlagerung der Produktion an den Stadtrand im Jahr 1984 zu unterschiedlichen Zwecken genutzt wurden, legen heute exemplarisch Zeugnis ab für die dichte innerstädtische Industriebebauung dieses Bielefelder Viertels. In Teilen der Gebäude befindet sich heute der Musikclub Forum Bielefeld.

Bogefabrik (Forum Bielefeld e. V.)
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Sheddach-Hallen an der Meller Straße. 1983. Foto: Stadtarchiv Bielefeld