Industriekultur in Stadt und Land

Ostwestfalen-Lippe ist eine Region mit einer langen industriellen Vergangenheit.

Anders als im Ruhrgebiet sind es allerdings nicht die gewaltigen Standorte der Kohle- und Stahlindustrie, die ihre Spuren in der Region hinterlassen haben, sondern viele kleine und mittlere Industriefirmen, die in der Leinen- Maschinenbau-, Nahrungsmittel- und Möbelindustrie produziert haben. Mit dem LWL-Industriemuseum Ziegeleimuseum Lage liegt ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur in Ostwestfalen-Lippe.

So wie dem klassischen Städtetouristen die internationalen Spitzenziele bekannt sind, möchte die Europäische Route der Industriekultur die wichtigsten Regionen Europas mit ihren attraktiven Industriedenkmälern in das touristische Bewusstsein bringen. Die Ankerpunkte der Route werben als industriehistorische Höhepunkte und weisen zu den thematischen und regionalen „Themenrouten“, die zu weiteren interessanten Standorten in einer Region oder zu einem bestimmten Thema der Geschichte der Industrialisierung führen.

Diese Broschüre stellt Bauwerke, Orte, Museen und Sammlungen zur Industrie- und Technikgeschichte in Ostwestfalen-Lippe vor. Sie möchte an prägnanten Beispielen die Facetten der industriellen und technischen Entwicklung der Region aufzeigen und zum Ausdruck bringen, dass die vergangenen rund 150 Jahre dieser Geschichte vielfach noch heute die Städte und das Umland prägen.

Ausgewählt wurden charakteristische Objekte, die beispielhaft für viele andere in der Region sind. Dabei wurden Aspekte einbezogen, die insgesamt für die Entwicklung Ostwestfalen-Lippes wichtig waren, sowie städtische wie ländliche Phänomene berücksichtigt.

Neben den Gebäuden aus den „klassischen“ Zweigen wie der Textil-, Maschinen- und Möbelindustrie finden sich auch Orte, an denen die Geschichte der Stadttechnik, des Verkehrs und der Naturnutzung nachvollziehbar wird. Die Zusammenschau soll den vielschichtigen Prozess der Industrialisierung und seine Auswirkungen auf das Leben der Menschen in Stadt und Land beleuchten. Bei der Auswahl haben wir darauf geachtet, dass die Objekte für Besucher weitgehend zugänglich sind und es vor Ort tatsächlich „etwas zu sehen“ gibt. Deshalb ist es nicht überraschend, dass manches Traditionsunternehmen fehlt. Viele von ihnen haben zwar die Industrie- und Technikgeschichte OWLs nachhaltig geprägt, aber keine historischen Gebäude hinterlassen. Die Broschüre möchte im Sinne der Denkmalpflege dafür plädieren, auch künftig für den Erhalt, den Schutz und die sachgerechte Umnutzung industrie- und technikgeschichtlicher Erinnerungsorte einzutreten.

Wir danken dem Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen sowie den vielen anderen Förderern und Institutionen, den Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die die Erstellung der Broschüre unterstützt haben.